Projekte

Purpose Uganda Pre-School (PUPS)

Auch wenn offiziell für staatliche Schulen keine Schulgebühren erhoben werden, fallen Kosten für Unterrichtsmaterialien, Uniformen und Mittagessen an. Und nicht immer gewährleisten die staatlichen Schulen eine gute Bildung. Um einen Großteil der Gebühren zu sparen und die Qualität der Bildung selber in der Hand zu haben, beschloss das Babies Home Ende 2012, seine eigene Schule zu eröffnen. Seit Februar 2013 wurden die Kinder dort bei einer privaten Lehrkraft unterrichtet.

Zusätzlich wurde als nachhaltiges Langzeitziel die Öffnung der Schule für Kinder außerhalb des Babies Home angestrebt. Durch die Schulgebühren anderer Kinder kann sich die Schule zunehmend alleine tragen und auch das Babies Home finanziell unterstützen.

Im Mai 2013 meldeten die ersten Eltern aus der Umgebung ihre Kinder in der neuen Schule an. Im ersten Trimester 2016 werden dreizehn Kinder vom Babies Home und zwölf externe in drei unterschiedlichen Klassenstufen unterrichtet.

 

 


Pen-Pal-Projekt I – Das Brieffreundschaftsprojekt Teil I (2017-2018)

Im Januar 2017 hat sich Annabel, eines unserer Mitglieder, dazu entschlossen mit ihrer ehemaligen Grundschule ein Projekt aufzubauen, bei dem sich zwei Klassen der Ikarus Grundschule Lachendorf mit den SchülerInnen der Purpose Uganda Pre-School (PUPS) in Entebbe per Post austauschen. Dabei sollte ein kultureller Austausch im Rahmen unserer bildungspolitischen Arbeit im Vordergrund stehen. Hierbei sollen Stereotype nicht bestätigt sondern aufgeklärt werden und das eben schon bei jüngeren Kindern, bei denen wir von einer größeren Unvoreingenommenheit ausgehen. Gleichwohl profitieren hier aber auch die Eltern und Lehrkräfte vom Projekt, da diese sich durch die kreativen Briefe der Kinder ebenfalls mit den interkulturellen Beziehungen auseinandersetzen und besonders im Falle der Lehrkraft selber Kontakt aufnehmen können. Selbiges gilt natürlich auch in die andere Richtung: die SchülerInnen und Lehrkräfte in Entebbe lernen über Kultur, Klima und Vegetation in Deutschland aus erster Hand.

Da bei keinem der Kinder die Englischkenntnisse weit fortgeschritten sind beinhalten die Briefe Fotos, Zeichnungen und kleine Erläuterungen. Dabei gibt es immer ein vorgegebenes Thema, zum Beispiel ging es mit den Jahreszeiten los: Die Kinder in Entebbe kennen keinen Schnee, den die Kinder aus Lachendorf dann malten und mit Begriffen wie „cold“, „funny“ usw. beschrifteten. Einige versuchten sich schon mit ganzen Sätzen. Zu den Briefen wurden dann noch kleine Sticker gelegt und alles in einem großen Umschlag abgeschickt. Dabei war natürlich spannend, dass die Post nicht direkt bis an die Haustür geliefert wird, sondern bei dem Postbüro der Stadt abgeholt wird. Betreut wurden die Kinder in Deutschland durch ihre Klassenlehrkräfte und Annabel, die sie mehrmals besuchte und einige Eindrücke von ihren Besuchen in Uganda berichten durfte. Die Rückmeldungen aus der Vorschule in Uganda waren dann ebenso aufregend und niedlich ausgestaltet, auch hier wurden Fotos zu den Briefen gelegt und verschiedene Tiere gemalt. Hier wurde der Kontakt von Annabel hergestellt, die mit ein paar ersten Ideen den Austausch ins Rollen brachte. Die Pre-School nahm sich viel Zeit, um ausführlich auf die Briefe antworten zu können. Nach dem ersten Durchgang lief die Kommunikation dann aber selbstständig und die Lehrkräfte in Deutschland und Uganda brachten ihre eigenen Ideen ein.

Das Projekt läuft nun vorerst aus, da die Kinder in beiden Ländern auf weiterführende Schulen gehen und so eine Koordination nicht mehr zu stemmen ist. Wir hoffen aber sowohl mit den älteren Kindern, als auch mit den neu eingeschulten ein neues Projekt im Herbst 2019 starten zu können: Pen-Pal-Project II…

 

 


Guesthouse

Seit 2010 wird zusätzlich zum Haus des Babies Home ein anliegendes Gebäude angemietet. Dieses Haus wird als Gästehaus genutzt, vor allem für Freiwillige, die im Babies Home arbeiten, aber auch für Interessierte und Gäste des Babies Home. Das Gästehaus ist eine Einkommen schaffende Maßnahme (income generating activity) für das Babies Home. Sobald zwei Personen für einen Monat im Gästehaus wohnen, ist die komplette Miete des Kinderheims für diesen Monat gedeckt. Wir freuen uns über Besucher unterschiedlichen Alters, die in Uganda einen Zwischenstopp machen wollen oder für eine längere Zeit als Freiwillige mitarbeiten möchten.

 

 


Grundstück

In Uganda ist es üblich, ein eigenes Stück Land zu besitzen. Zur Miete wohnen bedeutet unsicher leben. Es gibt keinen wirklichen Mieterschutz und der Vermieter könnte theoretisch kurzfristig seine Meinung ändern und die Miete verdoppeln. Oder man kann plötzlich aus irgendeinem Grund die Miete nicht mehr bezahlen – auch dies ist ein Risiko. Die Folge für das Babies Home in einem dieser Fälle wäre, dass die Kinder auf der Straße säßen oder auf andere, viel größere Heime mit teils sehr schlechten Zuständen verteilt werden müssten. Um das zu verhindern hat das Babies Home Ende 2013 mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland ein knapp 1,5 Hektar (3,5 acre) großes Land etwas außerhalb von Entebbe gekauft. Inzwischen ist das Land zum größten Teil eingezäunt, es wurde ein Gärtner angestellt und das Land wird bewirtschaftet.

Ziel ist es, hier nicht nur ein Haus für die Kinder zu bauen, sondern auch eigenes Gemüse und Obst großflächig anzubauen und Tiere wie Kühe oder Hühner artgerecht zu halten.


Aunties-Project: Die Spargruppe der Frauen des Purpose Uganda Babies Home

Anfang 2017 gründeten die angestellten Frauen im Babies Home, genannt Aunties, mit Unterstützung der Heimleiterin eine gemeinsame Spargruppe, in die monatliche Beiträge eingezahlt werden. Diese dient zum einen als kleine Absicherung in Krankheitsfällen oder anderen finanziellen Notfällen, in denen dann die Frauen auf die gemeinsamen Rücklagen als eine Art zinsloser Kredit zurückgreifen können. Da Versicherungen – und vor allem Krankenversicherungen – eher unüblich sind, ist diese Alternative nicht nur innovativ sondern auch notwendig.

Aber die Frauen gehen noch weiter: Sie wollen das gesparte Geld gerne investieren und einen weiteren Mehrwert schaffen. So wurde 2017 in einen Gemüsegarten investiert, den alle zusammen bewirtschafteten und die Erträge sowohl selber nutzen als auch einen Teil verkaufen konnten (zum Beispiel an das Babies Home). Geplant sind nun auch größere Investitionen, für die allerdings noch nicht genug Geld zur Verfügung steht.

Ohne die Aunties gäbe es PUBAH nicht und wegen des geringen Lohnniveaus, PUBAHs beschränkten finanziellen Mitteln und den weiter steigenden Lebenshaltungskosten in Uganda, unterstützt Abaana Uganda e.V. dieses Selbsthilfe-Projekt nur zu gerne. So wurde unter anderem an Weihnachten 2017 einen Spendenaktion für dieses „Aunties-Project“ veranstaltet und rund 200€ an Spenden gesammelt.

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