Hintergrundinformationen

Uganda ist ein junges Land – geschichtlich und demographisch. Die Unabhängigkeit wurde wie in vielen afrikanischen Ländern erst Anfang der 1960er erreicht. Demographisch ist es jung, weil gut die Hälfte aller Bewohner jünger als 15 Jahre ist. Jeder der Uganda besucht, wird nach seiner Rückkehr von aufgeregten Kindern erzählen, die überall fröhlich „Hallo Mzungu!“ rufen und in Scharen hinter Besuchern herlaufen. Ugandische Kinder sind nicht viel anders als deutsche Kinder: sie spielen gerne, essen am liebsten Süßigkeiten und freuen sich auf ihre Schulferien.

Sehr anders sind allerdings ihre Lebensumstände. Uganda ist ein armes Land, dessen Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2014 nur 1.612 USD pro Kopf betrug (Deutschland 43.918 USD). Das Durchschnittsalter liegt bei 15,9 Jahren (Deutschland: 46,3), die Lebenserwartung liegt bei 58,7 Jahren. Nach dem Human Development Index der Vereinten Nationen liegt Uganda auf Platz 163 von 186. Die Sterblichkeitsrate der unter 5-jährigen liegt bei 66,1 je 1000 Kinder. 7,4 % aller 15-49-Jähigen sind HIV-positiv (Alle Zahlen von UNDP, bezogen auf 2014).

Die Geschichten der Kinder, die im BabiesHome ein neues Zuhause finden, sind so unterschiedlich wie die Kinder selbst. Manche von ihnen werden von den eigenen Eltern oder Verwandten abgegeben, häufig weil sie aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht mehr für das Wohl des Kindes sorgen können. Oft sind die Mütter selber noch Kinder. Auch die Polizei bringt immer wieder neue Bewohner ins BabiesHome. Dies sind Kinder, die teilweise aus ihren Familien herausgenommen wurden – grobe Vernachlässigung und/oder Kindesmissbrauch sind leider auch in Uganda keine Fremdwörter. Manche dieser Kinder sind körperlich und seelisch in einem schlimmen Zustand, waren monatelang eingesperrt, haben schwere Verletzungen oder bekamen kaum etwas zu Essen und waren nicht viel mehr als Haut und Knochen. Es kommt leider auch nicht selten vor, dass Neugeborene auf Müllkippen oder am Strand gefunden werden, wo sie direkt nach ihrer Geburt zum Sterben zurückgelassen wurden. Mehrere unserer (ehemaligen) Bewohner kamen auf diesem Weg zu uns.

Im BabiesHome nimmt man auf die unterschiedlichen Hintergründe Rücksicht. Eltern, die Kontakt zu ihren Kindern wünschen wird dieser nicht verwehrt, solange man auch dem Kind damit etwas Gutes tut. Kindern, denen es körperlich schlecht geht wird ebenso geholfen wie Kindern, die zwar keine äußeren, dafür aber seelische Narben tragen. Zeit zum Erholen wird besonders denjenigen Kindern gegeben, die in ihrer Entwicklung auf Grund von Vernachlässigung zurückliegen. Die Kinder im BabiesHome erfahren vor allem Liebe, Geborgenheit und Zuwendung – für manche dieser kleinen Geschöpfe ist dies das erste Mal in ihrem Leben. Sie dürfen Kind sein und nachholen, was sie oft in ihrer bisherigen Kindheit verpasst haben.

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